Naturschutzgebiet

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Naturschutzgebiet

Lage

Allgemein

Das Naturschutzgebiet liegt im Zürcher Oberland zwischen Wetzikon und Dürnten. Es ziehen sich verschiede Drumlins, Moore und Wälder, durch die schützenswerte Landschaft, die wiederum in einzelne Gebiete oder Landschaftstypen unterteilt werden kann.

Ausschnitt aus der Wanderkarte Kanton Zürich, 2007

Moore

Das Ambitzgiriet liegt südlich des Unterwetziker-Waldes und nördlich von Hellberg. Dabei verläuft das Riet zum Teil entlang der Brüschweidstrasse (Hauptstrasse) und liegt in einer langgezogenen Senke (Geographie), wobei es vom Brüschgraben durchquert wird. Zudem verläuft ein kleiner Feldweg südlich vom Riet, mit dem man ins Zentrum vom Naturschutz gelangt. Nördlich vom Brüschgraben erstreckt sich das Bönlerriet, das von zwei kleinen Drumlins auf der Westseite begrenzt wird. Danach wird es von östlicher Seite vom Unterwetziker-Wald beschränkt. Das langgezogene Schwändiriet befindet sich nördlich vom Unterwetziker-Wald und verläuft entlang dem Mostbach. Es ist wesentlich kleiner als das Ambitzgiriet und auf östlicher Seite verlaufen die Geleise Richtung Hinwil. Vom Weiler Hellberg bis zum Bahndamm im Nordosten erstreckt sich das kleine Chliriet. In einer Senke (Geographie) oberhalb der Bahnschüttung kommt das Oberhöflerriet vor dem Chliriet zu liegen. Dabei durchquert der Mostbach das Gebiet vollständig. Dabei tangiert die Hinwilerstrasse das Riet in einer langgezogenen S-Kurve und begrenzt dieses in östlicher Richtung.

Wälder

Das langgezoge Langriemenholz befindet sich direkt südlich des Ambitzgiriets und wird von der Brüschweidstrasse auf circa 300 m durchfahren. Auf der östlichen Seite wird es von der Bahnlinie begrenzt und auf der gegenüberliegenden Seite von Alt Hellberg. Der Unterwetziker-Wald steht am nördlichen Rande des Naturschutzgebiets und wird noch vom Schwändiriet eingenommen. Da er nahe am Industriegebiet von Unterwetzikon ist, stellt er den Eingang zum restlichen Naturschutzgebiet dar. Der Pfaffenholz-Wald schliesst an den Unterwetziker-Wald an und endet nahe dem Autobahnzubringer von Hinwil. Dabei liegt er nördlich vom Oberhöflerriet und wird vom Pfaffenholzbächli durchquert. Neben den drei grossen und zugleich wichtigen Wäldern, gibt es noch circa zehn kleinere.

Gewässer

Insgesamt gibt es vier wichtige Oberflächengewässer im Naturschutzgebiet: Pfaffenholzbächli, Mostbach, Brüschgraben und den Schöneichbach. Der längste ist der Mostbach, der vom Oberhöflerriet bis zur Schöneich hinreicht. Dabei schliesst sich das Pfaffenholzbächli als erster vom Pfaffenholz-Wald, nahe dem Hinwilerriet ihm an. Danach folgt mit einem kleinen Zufluss der Brüschgraben und zuletzt kommt der Schöneichbach hinzu. Der Schöneichbach hat das Einzugsgebeit von Grüt-Allenberg und ist zudem ein Entlasstungsgewässer für das Kanalisationssystem der Gemeinde. Das Einzugsgebiet vom Mostbach schliesst das Drumlin- und Moorgebiet sowie Landwirtschaftsland ein.

Geschichte

Bei der letzten Eiszeit, genauer bei der Würm-Kaltzeit (vor 110‘000 bis 10‘000 Jahre) geschahen die grössten Veränderungen, die wir nun im Naturschutzgebiet vorfinden. Der Rheingletscher, der wesentlich für die Topografie im Schweizer Mittelland verantwortlich war, zog auch über das Zürcher Oberland und schürfte circa 17‘000 [1] Jahre v.Chr. mit seiner enormen Schichtstärke von bis zu 1200 Metern den weichen Molassenuntergrund ab und formte rund 150 der heutigen Drumlins. Zwischen den neu entstandenen Drumlins bildeten sich wasserundurchlässige Senken , die durch grosse Niederschläge kleine Seen bilden konnten. Diese wiederum verlandeten, was zum heutigen Moor führte. Dabei spricht man erst von einem Moor, wenn eine Torfstärke von mindestens 30 cm vorhanden ist. Zur Erinnerung: Torfe sind nicht oder nur teilweise zersetzte Pflanzenreste (organisch). Dank der hohen Niederschlagsmengen und der Verlandung bildete sich ein Flachmoortorf und als die ständig wachsende Torfschicht bis zum Grundwasserspiegel reichte, siedelten sich Torfmoose an. Diese neu gebildeten Torfmoose, leiteten im älteren Atlantikum, also vor rund 7000 Jahren, die Entstehung des Hochmoores ein. Die landwirtschaftliche Nutzung[2] der Drumlinlandschaft setzte spät ein. Nach und nach entstanden auf Anhöhen, verbunden mit einer starken Parzellierung, Weiler und Höfe. Die damalige Rohstoffarmut hatte eine Übernutzung der Wälder zur Folge. Diese wurden schon seit dem Mittelalter in vielfältiger Weise genutzt. So trieb man das Klein- und Grossvieh zur Futtersuche in die Wälder oder sammelte Bau- und Brennholz. Wie beschrieben, nahm die Nutzung immer mehr zu, was im Jahre 1712 den Zürcher Naturforscher Johann Jakob Scheuchzer[3] zu einer Untersuchung drängte. Dabei empfahl er, als Brennholzersatz das in Hülle und Fülle vorhandene Torf zu nehmen. Mitte des 17. Jahrhunderts wurde mit dem Torfabbau begonnen, der etwa 100 Jahre andauerte und das Landschaftsbild nachhaltig veränderte. Vor allem die grossen Torflager vom Ambitzgi-, Bönler- und dem Oberhöflerriet wurden fast vollständig abgebaut. Als man 1858 die Eisenbahnstrecke zwischen Uster und Rapperswil baute, fand man ein Vorkommen an Schieferkohle. Daraufhin liess die Zürcher Regierung nach Kohle graben. Da nur wenig Kohle erwartet wurde, gab man die Arbeiten auf und vergab die Konzession dem Fischenthaler Bergwerksbetrieb Bertschinger & Tuggener, der die Schieferkohle mit rund 70 Arbeitern abzubauen hoffte. 1878 stellte man die Arbeiten wieder ein, da man langsam merke, dass das Vorkommen kleiner war als erhofft und sich die Abbaubedingungen mit dem Grundwasserdruck stetig verschlechterten. Schlussendlich wurde das weitreichende Stollensystem mit einer Tiefe von circa zehn Metern vom Gebiet Schöneich bis ins südliche Naturschutzgebiet verlassen. Die einzigen Zeugen der Bauarbeiten sind heute die Bodenabsenkungen (Stolleneinstürze), die Grubenstrasse (benannt nach dem Grubenbau) und das Backsteinschloss des Bergwerksunternehmer (Herr Bertschinger), welches direkt neben den Geleisen bei der Fussgängerbrücke / Kunsteisbahn steht. Fast 100 Jahre nach der Bahnlinie (also 1957), baute die Nordostschweizerische Kraftwerke AG (NOK) zwei Hochspannungsleitungen. Die eine verläuft unter dem Ambitzgiriet und die zweite zieht sich dem Bahntrasse Richtung Hinwil entlang. 1950 wurde am Rande des Naturschutzgebietes in Hinwil der Motorfahrzeugpark (AMP) der Armee erstellt. Dieser wurde 2006 in das neue Logistikzentrum der Ostschweiz umgebaut. Jährlich repariert man so rund 7000 Fahrzeuge, die man auf den eigenen Prüfstrecken testet.

Freizeit und Sozialisation

Heimatkundliche Bedeutung

Die verschiedenen Bewirtschaftungsweisen, wie zum Beispiel das frühere Torfstechen beim Ambitzgiriet oder das Abholzen in den Wäldern im Gebiet, lassen sie sich praktisch vorführen, und erlauben es, einen lehrreichen Ausflug zu unternehmen. Zudem sieht man immer wieder Schulklassen, die im Ambitzgiriet einen wertvollen Beitrag für den Lebensraumerhalt leisten und während eines Tages dort arbeiten. Dabei befreien Sie hauptsächlich die verlandeten Teiche, um so Lebensraum für Amphibien und weitere Tiere zu bewahren.

Sportliche Aktivitäten

Sei es biken, joggen oder wandern. Das Naturschutzgebiet eignet sich wunderbar um vom stressigen Alltag abzuschalten und Sport in der Umgebung zu betreiben. So ist man zum Beispiel mit dem Velo in 15 Minuten von Kempten im Naturschutzgebiet. Daneben befinden sich die Vitaparcours der Helsana Krankenversicherung und der Zürich Versicherung im Unterwetziker-Wald.

Soziale Bedeutung

Nebst Quartiervereinen, wie den in Schwändi oder öffentlich zugänglichen Baumbibliotheken wie man eine im Pfaffenholz finden kann, sind Erholungszonen wie das Naturschutzgebiet sehr wertvoll für die Umgebung. Zumal das Gebiet von der Industriezone in Wetzikon und Hinwil tangiert wird und so einen angenehmen Ausgleich ergibt.

Einzelnachweise

  1. www.gossau-zh.ch, aufgerufen am 21. Mai 2013: [1]
  2. Baudirektion des Kt. Zürichs, Verordnung zum Schutz der Drumlinschaft Zürcher Oberland vom 13. März 1998: [2]
  3. Bernhard Nievergelt und Hansruedi Wildermuth: Eine Landschaft und ihr Leben: das Zürcher Oberland [3]