Stromversorgung

Aus Wetzipedia

Chronik

1901 Die Unternehmung „Gretler & Weber“, Farbstrasse 1, beliefert ihren ersten Kunden.

1902 „Gretler & Weber“ geben sich ein Statut erstmals unter der Bezeichnung Elektrizitätswerk Wetzikon. Die Stromproduktionsanlage in Wetzikon wird dem Energiebedarf nicht mehr gerecht. Es muss zusätzlich Strom von der Motor AG in Baden (Werk Beznau-Löntsch) bezogen werden.

1903 Abschluss eines Konzessionsvertrages mit „Gretler & Weber“ mit einer Laufzeit von 10 Jahren. Das Versorgungsgebiet entspricht dem Wasserversorgungsgebiet.

Werner Gretler mit einer elektrischen Bogenlampe um 1910

1908 Nach Neugründung der Elektrizitätswerke des Kantons Zürich (EKZ) übernimmt das Kantonswerk den Stromlieferungsauftrag von der Motor AG in Baden. Anschluss der Verteilanlage Robank. Die Netzlast beträgt 700 kW (Im Geschäftsjahr 2000: 18'302 kW) bei insgesamt 357 Kunden.

1916 Anschluss der Zivilgemeinde Ettenhausen an das EW-Netz mit Kosten von 20'600 Franken. Kriegsbedingt ist Kupferdraht nur erschwert verfügbar, es wird Eisendraht für den Netzausbau verwendet.

1917 Die Gemeindeversammlung vom 3. März stimmt für den Kauf des Elektrizitätswerkes von Heinrich Gretler für 440'000 Franken. Der Lichtstrom kostet 50 Rp./kWh und der Kochstrom im Hochtarif 10 Rp./kWh und im Niedertarif 5 Rp./kWh.[1]

1919 Abschluss eines Stromlieferungsvertrages mit der EKZ mit einem Anschlusswert von 1 MVA.

1921 Drehstrom löst den Gleichstrom ab. Neue Spannung wird 250/145V (500V für Ind.)

1928 Am 1. Juni konstituiert sich die Werkkommission zum ersten Mal und wird für die Geschäfte des Elektrizitätswerkes und der Wasserversorgung verantwortlich. Von der EKZ werden für 1'770 Licht- und Kraftabonnenten 3'250'500 kWh bezogen.

1939 Überraschender Tod von Alfred Hirzel, Baumeister von Oberwetzikon, ein unermüdender Förderer und Vorsteher der Wetziker Wasserversorgung. Seine ausgezeichneten Dienste hat er während 31 Jahren zur Verfügung gestellt. Auch am Aufbau des für Wetzikon so wichtigen Elektrizitätswerkes war er massgeblich beteiligt. Das Elektrizitätswerk ist für die Gemeinde das lukrativste Werk. Es steuerte bereits in den 30er Jahren bis zu jährlich 90'000 Franken an die Gemeindefinanzen bei.

1941 Durch kriegswirtschaftliche Verhältnisse werden vermehrt elektrische Kochherde installiert. Es werden auch zwei grössere Dörranlagen in Betrieb genommen.

1944 Die Verknappung des Installationsmaterials macht sich immer mehr bemerkbar. Wegen Ausbleibens der Einfuhr von Bauxit (Aluminiumerz) muss auch die Aluminiumfabrikation eingeschränkt werden (Aluminiumdrähte, Pfannen).

1950 Am 22. Dezember 1949 wird ein Kredit von 1.4 Mio. Franken für den Spannungsumbau bewilligt. Die Bezugsspannung von 250/145V ändert auf die normierte Spannung von 380/220V und die Hochspannung von 8'000 V auf 16'000 V.

1953 Inbetriebnahme der neuen Messstation an der Zürcherstrasse.

1954 Dank der neuen Zentralsteuerung mit 489 Empfängern kann die Gebrauchsstundenzahl des Werkes um 57 Stunden auf 5'140 Stunden (Im GJ 2000: 5'513 Std.) erhöht werden.

1955 Erneuerung des Stromlieferungsvertrages mit EKZ für eine Anschlussleistung von 4 MVA.

1957 Inbetriebnahme der zweiten Messstation Robenhausen. Ein Teil der Wetziker Versorgung wird mit 16'000 V angespiesen. Der totale Strombezug beträgt 13.7 GWh bei einer maximalen Netzlast von 2.8 MW (Im GJ 2000: 101 GWh bei 18.3 MW).

1993 Erneuerung des Stromlieferungsvertrages mit EKZ für eine Anschlussleistung von 20 MVA. Die 9.2 Millionen-Vorlage für gemeinsamen Werkhof, Bauamt + Gemeindewerke in der Märzabstimmung mit 2540 Ja gegenüber 2117 Nein knapp zugestimmt.

1997 Inbetriebnahme der neuen Messstation Kunsteisbahn mit Anschluss von Wetzikon Ost an das neue Unterwerk Hinwil.

1999 Inbetriebnahme des neuen Strom-, Gas- und Wasser-Leitsystems für 2.1 Mio. Franken. Dieses überwacht den Betrieb aller Versorgungsanlagen, es kann Prozesse Steuern und beim Überschreiten von Grenzwerten Personal automatisch aufbieten.

2001 Der Stromumsatz nimmt in den letzten 35 Jahren um den Faktor 4 zu. Das Stromwachstum ist beinahe linear. Strom ist eine Schlüsselenergie. Verselbstständigung der Gemeindewerke am 2. Dezember abgelehnt per Urnenentscheid. In der Septemberausgabe Wetziker Spiegel erscheint ein Artikel „100 Jahre Strom und Gas“.

2013 Stephan Mathez (Grüne Partei) reicht eine Initiative für einen Anschluss Wetzikons an die Fernwärme der Kezo ein - eine Idee, die der Gemeinderat Anfang Jahr geprüft und verworfen hatte.[2]

2017 Benjamin Walder, Maturand und Mitglied der Grünen Partei, schreibt eine Maturaarbeit zum Thema Anschluss Wetzikons ans Fernwärmenetz der KEZO. Dies ist der Startschuss zu einer Unterschriftensammlung für die von den Grünen lancierte kommunale Volksinitiative Fernwärme-Initiative.[3]

2018 Die Grüne Partei überreicht am 11. April dem Stadtpräsidenten Ruedi Rüfenacht mit der Fernwärme-Initiative die erste Wetziker Volksinitiave. Innert vier Wochen sammelte die Partei 700 Unterschrifen.[4]

2020 Am Abstimmungssonntag, 29. November, wird dem Gegenvorschlag zur Volksinitiative Fernwärme-Initiative bei einer Stimmbeteiligung von 38,96 Prozent zugestimmt (4982Ja/820Nein). Den Austritt aus dem Zweckverband GESA Betzholz befürworten 5085 Personen, 502 sagen Nein zu dieser Vorlage.[5]

2023 Die Stimmberechtigten der Stadt Wetzikon stimmen am 18. Juni der Erschliessung der Stadt mit Fernwärme aus KEZO und ARA zu (4482 Ja/1282 Nein). Das Resultat ebnet den Weg zu einem Rahmenkredit von 80 Millionen Franken und der Gründung einer Aktiengesellschaft für den Betrieb des Wärmeverbunds.[6] [7]

Siehe auch

Literatur

Filme


Einzelnachweise

  1. Chronik von Wetzikon, 1917
  2. ZO 23. November 2013
  3. ZO 10. November 2017
  4. ZO 12. April 2018
  5. Publikation der Abstimmungsergebnisse im Internet wetzikon.ch, aufgerufen am 16. Dezember 2020
  6. Medienmitteilung Stadt Wetzikon, 18. Juni 2023
  7. Abstimmungsprotokoll online auf wetzikon.ch, 18. Juni 2023
Cookies helfen uns bei der Bereitstellung von Wetzipedia. Durch die Nutzung von Wetzipedia erklärst du dich damit einverstanden, dass wir Cookies speichern.