Maria Elisabetha Nägeli

Aus Wetzipedia
Wechseln zu: Navigation, Suche

Maria Elisabetha Nägeli (*30. Januar 1898; †15. März 1980 in Gossau ZH) war Sekundarlehrerin im Bachtelschulhaus Oberwetzikon.


Maria Elisabetha Nägeli


Leben

1863 Der Vater von Maria Nägeli ist am 27. Juni als Sohn des Johannes (Tierpräparator) und der Regula Nägeli-Huber an der Festgasse 7 (2005 Blumenweg) Riesbach geboren worden.

1896 Maria Nägelis Eltern Jakob Alfred Nägeli und Maria Meyer verloben sich zu Ostern und schliessen am 7. Oktober den Bund der Ehe.

1898 Am 30 Januar kommt Maria Elisabetha Nägeli zur Welt.

1900 Am 13. September wird Maria Nägelis Bruder Johannes Alfred geboren.

1913 - 1917 Maria Elisabethas Berufswunsch war es, Archäologie zu studieren. Doch zu diesem Zeitpunkt war diese Ausbildung eine reine Männer-Angelegenheit. Sie entschloss sich daher zum Lehrerstudium. Sie absolviert das Lehrerinnenseminar am Töchterseminar der Stadt Zürich. Die Schülerinnen der Seminarklasse 13/17 hatten einen ausgeprägten Sinn für Zusammengehörigkeit. Sie trafen sich jeden ersten Dienstag eines Monates zu einem Erfahrungsaustausch in Zürich. Maria Nägeli besteht die Fähigkeitsprüfung mit der Durchschnittszensur 5,03.[1].

1916 / 1917 Bruder Johannes Alfred besucht während eines Jahres in Neuenburg die Handelsschule mit Schwerpunkt Sprachen. Am 23. Juli 1917 beginnt er seine dreijährige kaufmännische Lehre bei der Firma Löhle & Kern, Aktiengesellschaft für Eisenbahn in Zürich. Am 3. Juli konnte Maria Nägeli ihr Lehrerpatent entgegen nehmen. Für sie begann die Zeit der Vikariate. Maria Nägeli bekam ein Vikariat in Bubikon. Der Monatslohn betrug dazumal 168 Franken.

1918 – 1921 An der Hochschule Zürich absolviert Mariae Nägeli das Studium für das Sekundarschulamt. Im Frühjahr 1921 erhält sie das Patent. Am 4. Oktober bis 14. Dezember übernimmt Maria Nägeli ein Vikariat an der Sekundarschule Höngg.[2]

1920 Bruder Johannes Alfred stirbt am 30. November in Davos an einer schweren Tuberkulose.

1921 Ende März kommt Maria Nägeli als Verweserin an die Sekundarschule in Wetzikon. Ihre Unterrichtsstube befand sich im Bachtelschulhaus in Oberwetzikon.

1908-1933 Vater Nägeli wirkte als Präparator am zoologischen Museum der Universität Zürich.

1923 Maria Nägeli soll zur Sekundarlehrerin gewählt werden. Dies bekam zwei Dutzend Männern aus Wetzikon schlecht. Eine Abstimmungsschlacht begann. Am 17. Februar 1923 veröffentlichte das Tagblatt für das Zürcher Oberland «Der Freisinnige» eine Kampfkampagne gegen und für eine Frau als Sekundarlehrerin. Maria Elisabetha Nägeli wurde trotzdem gewählt.

1935 Am 18. April stirbt Maria Nägelis Vater Jakob Alfred Nägeli nach längerem Leiden im Altern von 72 Jahren.

1939 Maria Nägeli filmt einen 8mm Schwarz-/Weissfilm über die legendäre «Bünzli-Trucke» der Wetzikon-Meilen-Bahn.

1941 – 1945 Während des zweiten Weltkrieges setzte Maria Nägeli sich für die Polnischen Internierten ein. Sie unterrichtete im Barackenlager in Wetzikon, das auch als Gymnasiallager für die Internierten geführt wurde.

1943 Maria Nägeli wohnt an der Dufourstrasse 101 in einem Eckhaus «Diana» in Riesbach Zürich.

1948 Am 30. April lässt sich Maria Nägeli aus gesundheitlichen Gründen pensionieren. Ihr dritter Lebensabschnitt war geprägt mit Vorträgen und Kursen über Urgeschichte und Kunst, mit Besichtigungen und Exkursionen, speziell auch durch die Zoologischen Gärten.

1968 Testamentarisch errichtete sie die «Maria Elisabetha Nägeli-Stiftung»[3] für Ausgrabungen und Restaurierungen von romanischen und frühgotischen Kirchen sowie Fresken in den Kantonen Freiburg, Graubünden, Tessin, Wallis und Thurgau. Schweren Herzens verkaufte Maria Nägeli ihr Elternhaus in Zürich Riesbach. Nach dem Verkauf wohnte sie an der Dufourstrasse 81. Aktiv im Leben stehend verbrachte sie weitere zehn Jahre an dieser Wohnadresse.

1980 Maria Nägeli stirbt am 15. März im Alters- und Pflegeheim Rosengarten in Gossau ZH. Ihre Urne befindet sich auf dem Friedhof Rehalp in Zürich.

Spezielles

  • Reisen[3] Während ihrer Freizeit und in den Ferien bildete sich die «Nelke» auf allen Sparten weiter. So bereiste sie den hohen Norden, aber auch den Süden, den Westen und den Osten. Oft nahm sie ihre Staffelei mit, um an Ort die Schönheiten in einem Ölbild oder in einem Aquarell festzuhalten.
  • Schulzeit[3]Maria Nägeli war eine von ihren Schülerinnen und Schülern geschätzte Lehrerin. Das Vermitteln des allgemeinen Stoffes, wie auch die Fremdsprachen Französisch und Englisch, hatten für sie einen hohen Stellenwert. Sie bekam von den Schülern den Übernamen «Nelke». Unbekannt ist, ob dieser Kosename aus dem Geschlechtsnamen abgeleitet wurde oder weil sie zum Festgewand eine Nelke trug.

Filmsammlung

  • Das Lichtspiel / Kinemathek Bern, Sandrainstrasse 3, 3007 Bern www.lichtspiel.ch, hat einige Original-Filme von Maria Elisabetha Nägeli archiviert und digitalisiert.[4]

Filme im Archiv Ortsgeschichte


Dokumente / Zeugnisse von Maria Nägeli

Fotos

Klassenfotos

  • Im Archiv Ortsgeschichte befinden sich folgende Originale von Klassen von Maria Nägeli.
  • Bei vielen Fotos fehlen leider nähere Angaben. Wer kann helfen die Klassenzüge und Namen der Schüler herauszufinden?

Fotos Klassenzusammenkünfte

Inhalt Schachtel im Archiv Ortsgeschichte

  • Patent als Zeugnis der Wählbarkeit als Primarlehrer vom 3. Juli 1917.
  • Berichte der Bezirkschulpflege Hinwil über die Schuljahre: 1920/1921,1921/1922, 1922/1923, 1924/1925,1925/1926,1926/1927,1927/1928, 1928/1929, 1931/1932, 1929/1930, 1930/1931,1932/1933,1933/1934, 1936/1937, 1937/1938,1940/1941,1942/1943,1943/1944, 1946/1947
  • Fähigkeitszeugnis Sekundarlehrerprüfung 1927 in Englisch
  • Ausgangszeugnisse Universität Zürich
  • Zertifikat Universität Genf 1919
  • Arbeitszeugnisse Primarschule Bubikon, Sekundarschule Höngg, Oberengstringen
  • Primarschulzeugnis von Maria Nägeli: 1904 - 1910
  • Sekundarschulzeugnis von Maria Nägeli: 1910 – 1913
  • 3 Testatbücher (Vorlesungsbescheinigungen) für Frl. Mary Nägeli an der Universität Zürich
  • Zeugnis des Seminars Höhere Töchterschule der Stadt Zürich 1913 bis 1917
  • Sekundarlehrer-Patent von Maria Nägeli (29.3.1921)
  • Prüfungs-Zeugnis für Primarlehrer von Maria Nägeli (3.7.1917)
  • Englisches Zertifikat für die Registration von 1925 (mit Foto)
  • Prüfungsplan der Fähigkeitsprüfung für Sekundar- und Fachlehrer Oktober 1920 von der Erziehungsdirektion.
  • Pestalozzi-Kalender von 1926 mit Eintragungen von Maria Nägeli
  • Reisebericht von A. Bleuler: Florenz – Pisa – Riviera (Reise mit Kollegin Nägeli)
  • Zusammenfassungen von Ernst Jucker / 1940
  • Chronik über den ersten Weltkrieg mit einer deutschen Lebensmittelmarke von Würtenberg (vermutlich von Maria Nägeli)
  • Verschiedene Aufsätze, Vorträge oder Zusammenfassungen auch über Goethe und Schiller von Maria Nägeli
  • Schweizerpässe Maria Nägeli von: 1920, 1933, 1936, 1948, 1964

Einzelnachweise

  1. Zeugnis von Maria Nägeli Höhere Töchterschule der Stadt Zürich
  2. Arbeitszeugnis im Archiv Ortsgeschichte Wetzikon
  3. 3,0 3,1 3,2 Gedenkschrift Maria Elisabetha Nägeli, 2005 von Irma Rüegg
  4. Filmsammlung Maria Elisabetha Nägeli by LICHTSPIEL / Kinemathek Bern, Kopie im Archiv Ortsgeschichte Wetzikon