Badeanstalt Robenhausen

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Allgemeine Informationen

Foto Ruth Frischknecht, undatiert

1904 Architekt Johannes Meier entwirft die Badeanstalt.[1]

Plan 1904 von Johannes Meier

1905 Die Badeanstalt Robenhausen[2]wird von Baumeister Hirzel und Zimmermeister Dietliker gebaut. In der Chronik von Wetzikon schreibt Pfarrer Josias Flury: Die Civilgemeinde Robenhausen hat am 19. März beschlossen an die projektierte, zu 13'000 Franken veranschlagte Badeanstalt in Robenhausen 3'000 Franken zu leisten. 50 Prozent zahlt die polit. Gemeinde, den Rest tragen die Zivilgemeinde Oberwetzikon und Private. Der Verdienst der Initiative gebührt Hr. Braschler-Winterroth.

1906 Die Badeanstalt ist nun in Betrieb. Eine Badwartstelle wird ausgeschrieben. Es bewerben sich Frau Ackermann und Herr Bamert, der dann von der Zivilvorsteherschaft Robenhausen am 3. Juli auch gewählt wird. J. Bamert ist auch Wirt des Restaurants Harmonie an der Motorenstrasse 126. Im Protokoll der Civilvorsteherschaft Robenhausen[2]kann man lesen: „In Anbetracht des günstigen finanziellen Ergebnisses und der Mehrarbeit, die der Badwart bei der Einführung derselben hatte, wird beschlossen, demselben die ganze Jahresbesoldung von 200 Franken zu verabfolgen.“

1914 Die Badeanstalt Robenhausen wird von der Politischen Gemeinde übernommen.[3]

1952 Die Badi wird bis zu diesem Jahr als Badeanstalt benutzt.[4]

Zeichnung von Hans Künzi, 1973

1976 Der Sportfischerverein (ab 1980 Aabachgruppe Robenhausen) verhindert einen Abbruch und renoviert das Bootshaus im Frondienst.

2005 Die alte Badi am Aabach Robenhausen ist 100 Jahre alt; für deren Unterhalt ist die Aabachgruppe Robenhausen verantwortlich.

Seegfrörni, Februar 2012, Norman Hasselbrink

Badeordnung - Badezeiten

  • 05.00 - 09.00 Männer und Knaben ab 16
  • 09.00 - 10.30 Frauen und Mädchen über 16 Jahre
  • 10.30 - 12.00 Schulknaben
  • 13.00 - 14.00 Männer
  • 14.00 - 15.30 Frauen und Mädchen ab 16
  • 15.30 - 17.00 Schulmädchen
  • 17.00 - 18.30 Schulknaben
  • 18.30 bis Anbruch der Dunkelheit Männer und Knaben ab 16
  • Eintrittspreise: Kinder 5 Rappen, Erwachsene zwischen 15 und 30 Rappen, Fabrikarbeiter geniessen vergünstigte Eintrittspreise[2], offener Ankleideraum 15 Rappen, Einzelankleideraum 20 Rappen, Saisongebühr 1 Franken.

Siehe auch

Erzählung Primarlehrer Rolf Schneider

Die Badi Robenhausen wurde zwischen 1927 und 1939 von Frau Sommerhalder betreut. Sie wohnte im Strittmatter-Haus, Motorenstrasse 133 und trug meist einen schwarzen Rock. Als Badmeisterin sorgte sie in der Badi für Zucht und Ordnung. Von 14 bis 16 Uhr durften die Frauen baden, von 16 bis 17 Uhr Mädchen und die Knaben waren von 17 bis 18 Uhr dran, die Männer badeten von 18 bis 20 Uhr. Frau Sommerhalder gemahnte die Badenden mit einem Glöckli an den Wechsel. Sie selbst war Nichtschwimmerin. Lehrer Angst sei dort regelmässig mit seiner Klasse zum Schwimmunterricht gegangen. Rolf Schneider wäre beinahe ertrunken, als er einmal unter den Rost geriet. Er konnte sich mit aller letzter Kraft selber daraus befreien. Als später von der FBW her mehr und mehr ölverschmutztes Wasser in die Aa geleitet wurde, war es mit dem Baden vorbei. Rolf Schneider hatte in seiner Kindheit gefischt, mit Brotresen und Nastuch. Brot dienste als Köder, das Nastum, um die gefangenen Aalfische festhalten zu können. Wenn Spinnereidirektor Kuhn mit seinem Sennenhund in Sicht war, zerstoben die jungen Fischer in alle Himmelsrichtungen.[5]

Literatur

  • Broschüre 100 Jahre Villa Haldengut Wetzikon, Schule im Grund

Pressespiegel

Fotos

Pläne

Allgemein nach 1980

Allgemein vor 1980

Einzelnachweise

  1. Plan Badeanstalt
  2. 2,0 2,1 2,2 Recherche von Robert Widmer-Demuth Robenhausen, Gemeinderarchiv, Zivilgemeinde Robenhausen IVB1, Seite 4
  3. Chronik von Wetzikon, 1914
  4. Überlieferung alt Chronist Werner Altorfer
  5. Erzählung Primarlehrer Rolf Schneider, 24. April 1996, aufgezeichnet von alt Chronistin Renate Oberle