Usterstrasse 88 bis 104

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2017
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Stegenmühle, Chronologie[Bearbeiten]

1378 Herzog Leopold III. aus dem Hause Habsburg in Schaffhausen bestätigt in einer Urkunde (aufbewahrt im Staatsarchiv Zürich), dass Peter von Ebersberg seiner Gattin Anna von Utzingen unter anderem die Mühle zu Stegen als Ehesteuer verschreibt.[1]

Zirka 1515 Kaspar Kindelmann kommt als Sohn des Müllers Heinrich Kindelmann zur Welt. Die Mühle in dem kleinen Ort Stegen ist sein Geburts- und Elternhaus.[2]Kindelmann ist von 1547 bis 1584 Abt des Klosters Ottobeuren (Bayern).[3]

1791 Wird die Stegenmühle weitgehend neu erbaut.[4]

1813 Wohnhaus.[4]

1832 1 gewölbter Keller.[4]

Fotochronik Pfarrer Kaspar Honegger

1841 Wohnhaus und Mühlengebäude. Die grösseren Gebriebe, nämlich 2 unterschlächtige 14' hohe Wasserräder mit Wellbaum, 1 Kammrad daran von Holz, 1 Kolben von Holz.[4]

1845 1 Nebengebäude.[4]

1854 1 Wohn- und Mühlengebäude. 1 gewölbter Keller. 1 Wasserrad mit Wellbaum, Zahnkranz, Kammrad & Kolben von Eisen. 1 Nebengebäude.[4]

1856/57 Werden sämtliche Müllereinrichtungen entfernt und die grösseren Gebäude einem Umbau unterzogen. Die Hauptmühle wird zum Arbeiterwohnhaus umgebaut. Die Nebenmühle, Usterstrasse 87, erfährt einen zeitgemässen Ausbau.[5]

1857 1 Wohngebäude. 1 gewölbter Keller. 1 Nebengebäude.[4]

1931 Das Haus gelangt in den Besitz der Spinnerei Streiff AG, Aathal.[6]

1969 bis 1974 Das Haus erfährt eine gründliche Aussenrenovation. Der Besitzer, Spinnerei Streiff AG, Aathal, achtet darauf, dass das Holzwerk wieder zum Vorschein kommt. Unter anderem werden auch die Einrichtungen innen modernisiert.[7]

1992 Die Mühle (ohne Anbauten) wird als Sechsfamilienhaus genutzt.[8]

1993 Im Aabach bei der Stegenmühle hat der Kanton Zürich eine neue, vollautomatisierte Wehranlage zur Regulierung des Wasserstandes im Pfäffikersee erstellt und am 14. Juni eingeweiht.[9]

Ensemble Stegenmühle, links oben

Standort[Bearbeiten]

Tafel 30 Industrielehrpfad Zürcher Oberland

Die Stegenmühle hatte zwei Nebenmühlen, die untere Stegenmühle und Spinnerei Stegen. Bereits im Jahr 1815 mietet Heinrich Kunz, der spätere Spinnerkönig zusammen mit seinem Vater den oberen Boden der Nebenmühle Stegen, Usterstrasse 87, um dort eine Anzahl Spinnstühle einzurichten. Weitere Mieter lösten sich ab. 1939 wird die Fabrik stillgelegt. Von 1941 bis Kriegsende dient die Lokalität als Gymnasiallager für polnische Internierte. 1951 erfolgt der Abbruch des Fabrikareals. An dieser Stelle wird eine Maurer-Fachschule errichtet, die im Herbst 1951 in Betrieb genommen wird.

Tafel Kulturgüterschutz[Bearbeiten]

Tafel Kulturgüterschutz

An dieser Stelle, wo einst ein Steg über den Aabach führte, waren schon seit 1378 Mühlen und Sägereien angesiedelt. 1815 wurden vom späteren «Spinnerkönig» Heinrich Kunz im oberen Stock seines Wohnhauses die ersten Spinnstühle für Angestellte eingerichtet. Damit machte er den ersten Schritt zur Industrialisierung Wetzikons. Der als fortschrittlich bekannte Pfarrer Nägeli war damals der Meinung, dass diese Entwicklung nicht lange anhalten werde... Heute dient die Stegenmühle als Wohnhaus, wobei jede Wohnung über eine eigene Haustüre erreichbar ist.[10]

Die Müller zu Stegen[Bearbeiten]

Anmerkung: Aus dem Nachlass von Alfred Messikommer, einem Sohn des letzten Müllers von Oberuster kommen Unterlagen auch zur Stegen-Mühle zum Vorschein. Die Angaben, die Felix Meier in seiner «Geschichte der Gemeinde Wetzikon» machte, stimmen nicht in allen Teilen mit Messikommers fast lückenlosem Verzeichnis ab 1569 überein.

Pdficon.gif Liste der Besitzer respektive Lehenträger Pdficon.gif Kaufvertrag zwischen Heinrich Messikommer und der Fa. Bidermann & Cie. Winterthur, 1855

Um 1530 Rudolf Müller und dessen Nachkommen[11]
1615 Jakob Frei von Kempten[11]
1630 Hans Heinrich Gujer[11]
1640 Jakob Burkhard[11]
1645 Jörg Zindel[11]
1648 Hans Heinrich Büeler, füher Müller zu Kempten[11]
1650 Jakob Korrodi[11]
1660 Hans Wolgermuth[11]
1670 Felix Erzinger[11]
1680 Matthys Wolfensberger von Ettenhausen, brach 1691 das alte Mühlegebäude ab und erstellte ein neues, bei dessen Aufrichten der Färber Hans Erhard Moriz von Wetzikon todt fiel[11]
1700 Heinrich Zolliker[11]
1715 Joachim Wuhrmann[11]
1720 Hans Heinrich Ernst von Wiesendangen und seine Nachkommen[11]
1823 Friedrich Nagel von Paris[11]
1824 Heinrich Messikommer von Seegräben[12]
1855 Heinrich Messikommer verkauft die Mühle an die Herren Jb. und And. Bidermann & Cie. von Winterthur.[13]

Literatur[Bearbeiten]

  • Industrielehrpfad Zürcher Oberland des Vereins zur Erhaltung alter Handwerks- und Industrieanlagen im Zürcher Oberland, VEHI, Tafel 30: Stegenmühle - die oberste der 5 alten Aabachmühlen.
  • Heimatspiegel Oktober 1974: Der aufgeputzte Blickfang von Robenhausen, 600 Jahre Stegen-Mühle am Aabach, Text: Walter Landert, Fotos: Hans Künzi, Hinwil.

Zeichnungen[Bearbeiten]

Pläne[Bearbeiten]

Ansichtskarten[Bearbeiten]

Fotos[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Heimatspiegel 10/1974, Seite 65
  2. Kolb Aegidius: Ottobeuren: Schicksal einer schwäbischen Reichsabtei, Seite 99, 1986, DK 92 KIND
  3. Artikel «Ein bedeutender Wetziker im Ausland» von Pfarrer Karl Stokar, 11. März 1961
  4. 4,0 4,1 4,2 4,3 4,4 4,5 4,6 Gutachten Industrie-Ensembles zwischen Stegen und Flos, Arias Winterthur, 1992
  5. Heimatspiegel 10/1974, Seite 67
  6. ZO 9. Oktober 1969
  7. ZO 9. Oktober 1969
  8. Gutachten Industrie-Ensembles zwischen Stegen und Flos, Büro Arias Winterthur, 1992
  9. ZO 15. Juni 1993
  10. Kulturgüterschutz (KGS) Wetzikon-Seegräben
  11. 11,00 11,01 11,02 11,03 11,04 11,05 11,06 11,07 11,08 11,09 11,10 11,11 11,12 11,13 Meier Felix: Geschichte der Gemeinde Wetzikon, Zürich 1881, DK 904, Seite 265
  12. Heimatspiegel 10/1974, Seite 66
  13. Liste der Besitzer resp. Lehenträger von Alfred Messikommer, Kopie im Themenarchiv, Mühlen, Archiv Ortsgeschichte Wetzikon