Gemeinnützige Baugenossenschaft Wetzikon

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Chronik

1946 In Wetzikon herrschte nach dem 2. Weltkrieg eine schlimme Wohnungsnot. An der Strandbadstrasse wurden Baracken mit Notwohnungen eingerichtet. Weitere waren geplant und es musste ein Ausweg aus dieser Misere gefunden werden. Bereits im Aktivdienst diskutierten Mario Pfister, Hans Gachnang, Architekt und Walter Rüegg wie man eine Baugenossenschaft gründen könnte. Und schon am 8. Februar - 9 Monate nach Kriegsende - wurde die Gemeinnützige Baugenossenschaft Wetzikon im Hotel Krone gegründet. Erster Präsident wurde Mario Pfister. Ein Mann stand der GBW mit seiner Erfahrung besonders zur Seite: Heinrich Gerteis. Er war damals Kantonsrat sowie Gründer und Leiter der Heimstätte Genossenschaft Winterthur.[1][2]

Der erste Verwaltungsrat setzte sich folgendermassen zusammen: Mario Pfister (Präsident), Emil Hirzel (Aktuar), Emil Kreis (Kassier), Armin Meier und Franz Parati als Beisitzer und als Vertreter des Gemeinderats Heinrich Bossert.[3]

Um der prekären Lage auf dem Wohnungsmarkt begegnen zu können, plante die Gemeinnützige Baugenossenschaft Wetzikon, im Neugut und in der Schöneich - mit Hilfe der öffentlichen Hand - 39 Einfamilienhäuser zu erstellen. Der Antrag des Gemeinderates betreffend Förderung des Wohnungsbaues durch finanzielle Unterstützung der Gemeinnützigen Baugenossenschaft Wetzikon lautet: Bewilligung einer Gemeindesubvention von zirka 171'000 Franken sowie eines zinsfreien Darlehens von 103'000 Franken und unentgeltliche Abtretung des erforderlichen Baulands in der Schöneich und im Neugut.[4]

Die imposante Gemeindeversammlung vom 28. Juni (803 Anwesende) lehnte das zinslose Darlehen von 103'000 Franken ab, stimmte aber dem Antrag des Gemeinderats knapp zu.[1][5]

An der ausserordentlichen Generalversammlung am 10. Juli erhielt der Verwaltungsrat die nötigen Vollmachten zur definitiven Weiterführung des Bauprogrammes. Bereits Mitte August kündete ein Wald von Stangen auf beiden Arealen den Beginn des Bauvorhabens an.[4]

1947/1948 Am 20. Juli 1947 konnten die ersten Wohnungen bezogen werden, von da an ging es etappenweise, bis im Januar 1948 alle 43 Wohnungen besetzt waren. [4]

1951 Als ein Werk gemeinnützigen Charakters darf der Unterstützungsfonds gewertet werden, der an der ausserordentlichen Generalversammlung vom 10. November genehmigt wurde. Die Frage einer weiteren Bauetappe wurde wiederholt ernsthaft geprüft, doch immer wieder scheiterte die Sache an der Mietzinsfrage.[4]

1955 Im April konnte eine Mietzinsreduktion von 7.50 Franken pro Monat durchgeführt werden für jene, die mehr als sechs Jahre in einer GBW-Wohnung lebten.[4]

1956 Wohnungsbestand Siedlung Neugut: 9 Doppelhäuser mit 3 Fünfzimmerwohnungen und 15 Vierzimmerwohnungen. 1 Mehrfamilienhaus mit 3 Vierzimmerwohnungen und 3 Dreizimmerwohnungen.[4]

Wohnungsbestand Siedlung Schöneich: 8 Doppelhäuser mit 3 Fünfzimmerwohnungen und 13 Vierzimmerwohnungen, 3 freistehende Einfamilienhäuser.[4]

1958 Im Mai lud der Gemeinderat drei Genossenschaften ein zu einer Aussprache über eine gemeinsame Überbauung im Quartier Schöneich, die zu keinem Resultat führte. Doch die GBW unter Führung von Architekt Max Egger verhandelte anschliessend erfolgreich mit den Behörden. Ein weiteres Projekt im sozialen Wohnungsbau mit Landkauf konnte an der Budgetgemeindeversammlung vom 16. Dezember unter Dach gebracht werden.[6]

1959 Am 21. Februar genehmigten die Genossenschafter/-innen das Projekt - 2. Bauetappe, Kreuzbühlstrasse 15/17/19 - mit Finanzierung und erteilten die Vollmacht an den Verwaltungsrat und die Bauleitung. Die drei geplanten Sechserblöcke weisen je neun Dreizimmer- und Vierzimmerwohnungen auf. Schönes Wetter verhalf einem schnellen Bauverlauf und bereits Mitte Dezember konnten die ersten Wohnungen bezogen werden.[6]

1960 Ende des Jahres strebte der Verwaltungsrat einen weiteren Gemeindelandankauf an für ein Neubauprojekt mit 15 Wohnungen, welches Vorhaben abgelehnt wurde zwecks Bremsung wegen Überlastung des Baugewerbes (235 Privatwohnungen und 35 Alterswohnungen waren im Bau).

1962/1963 Der Verwaltungsrat und Max Egger gaben die Bemühungen nicht auf und erreichten an der Gemeindeversammlung vom 21. Dezember 1962 den Kauf von 2'700m² Land zu 35 Franken und an der Gemeindeversammlung vom 2. Juli 1963 ein Darlehen zu billigem Zins.[6]

1963/64 Im Spätsommer 63 begannen die Bauarbeiten für die 3. Bauetappe: Kreuzbühlstrasse 20 und Tannenstrasse 6/8 und wurden auf den 1. Juli 64 fertiggestellt.[6]

1966 bis 1969 Werden zentrale Heizanlagen mit Warmwasserversorgungen - nach einem Plan von Rolf Goetz - und Gemeinschafts-Antennenanlagen in den Siedlungen Neugut und Schöneich realisiert.[6]

1971 Feierte die GBW ihr 25-Jahre-Jubiläum, das anlässlich der Generalversammlung festlich begangen wurde.[7]

1974 Mit der Erstellung eines fünfstöckigen Wohnblocks (Architekt Rudolf Lilljeqvist) an der Goldbühlstrasse 10 mit 20 Wohnungen, kann die vierte Bauetappe abgeschlossen werden.[8]

1979 Werden Erneuerungsarbeiten an den Altsiedlungen Neugut und Schöneich in Angriff genommen. Dabei wurden die Küchen von 43 Wohnungen saniert.[9]

1980 Im Haus Kreuzbühlstrasse 20 wurde das undichte Flachdach durch ein Walmdach ersetzt und der dabei entstandene Abstellraum den Mieter/-innen als Estrich zur Verfügung gestellt - Kosten 104'000 Franken.[9]

1980/81 An der Kreuzbühlstrasse 15/17/19 werden Fassade und Treppenhäuser neu gestrichen - Kosten 80'000 Franken.[9]

1982 Im Zuge eines Landabtausches mit dem Kanton, beim Bau des Trottoirs an der Grüningerstrasse, können 260m² Land dazu erworben werden für die Erstellung eines Parkplatzes mit 14 Abstellplätzen - Kosten 45'000 Franken.[9]

1986 Drei Einfamilienhäuser an der Schöneichstrasse werden mit Eternit isoliert. Dadurch konnte nachträglich 30 Prozent Heizöl eingespart werden - Kosten 200'000 Franke.[9]

1987 Im Sechserblock Bachtelstrasse 34 erfolgt die Sanierung der sanitären Einrichtungen durch die komplette Erneuerung der Bäder und WCs. Die Fassade des Blocks Kreuzbühlstrasse 20 erhält einen neuen Anstrich.[9]

1989 Nach 40 Jahren erhielten die Fassaden der Altsiedlungen Neugut und Schöneich - 34 Doppel-Einfamilienhäuser, ein Wasch- und ein Heizungshaus - einen Neuanstrich und die Zwischentrakte wurden mit Eternit verkleidet.[9]

1992 In drei Einfamilienhäusern, Schöneichstrasse 36 bis 40, wurden Bad und WC komplett erneuert. Der Block Bachtelstrasse 34, erhielt neue Fenster und einen Fassadenanstrich.[9]

1993 Küchen- und Badsanierungen in den 18 Wohnungen Kreuzbühlstrasse 15/17/19. Dazu gehörten auch der Ersatz sämtlicher Sanitärleitungen sowie der Bau einer neuen Gasheizanlage mit zentraler Warmwasserversorgung anstelle der vorherigen Boiler.[9]

2014 Die Gemeinnützige Baugenossenschaft Wetzikon plant in der Schöneich ein 14-Millionen-Projekt. Wo heute drei Einfamilienhäuser (Schöneichstrasse 36, 38 und 40) stehen, sollen drei Mehrfamilienhäuser gebaut werden. Den Projektwettbewerb gewannen die Igual und Guggenheim GmbH mit ihrem Projekt Rimini. Es überzeugte durch Freiraum und die gut durchdachte Raumaufteilung. Gemäss Martin Hürlimann, Präsident der GBW, blieb Opposition gegen den geplanten Neubau aus.[10]

Siehe auch

Jahresberichte

Literatur

Pressespiegel

Weblinks

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 Walter Rüegg: Gedanken aus der Gründungszeit der GBW, April 1996 im Vereinsarchiv Archiv Ortsgeschichte Wetzikon
  2. Schreiben Walter Rüegg an Präsident Reinhard Bosshart, Dezember 1994
  3. 50 Jahre GBW 1946 bis 1996, Seite 1
  4. 4,0 4,1 4,2 4,3 4,4 4,5 4,6 Gemeinnützige Baugenossenschaft Wetzikon 1946 bis 1956 - Jahresbericht 1955 im Vereinsarchiv Archiv Ortsgeschichte Wetzikon
  5. Bericht im Freisinnigen, 1946, im Vereinsarchiv Archiv Ortsgeschichte Wetzikon
  6. 6,0 6,1 6,2 6,3 6,4 Gemeinnützige Baugenossenschaft Wetzikon 1946 bis 1971 - Jahresbericht 1970 im Vereinsarchiv Archiv Ortsgeschichte Wetzikon
  7. ZO 25. März 1972
  8. ZO 19. März 1974
  9. 9,0 9,1 9,2 9,3 9,4 9,5 9,6 9,7 9,8 50 Jahre Gemeinnützige Baugenossenschaft Wetzikon 1946 bis 1996 - Jahresbericht 1995
  10. ZO 30. Oktober 2014
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