Hans Rümeli

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Hans Rümeli

Hans Rümeli (*1866; †4. Januar 1933 in Kempten) war ein Dorforiginal. Hier die Erinnerungen von Albert Kuster an seinen Grossonkel, niedergeschrieben zu Beginn der 70er Jahre:

"Der Rümeli, Hans, geb. 1866 war ein Dorforiginal. Klein von Gestalt, mit einem Spitzbart und krummem Rücken zog er, so lange ich mich erinnern kann, mit einem alten Kinderwagen - damals (übrigens heute auch wieder) hatten sie noch ganz hohe Speichernräder - durch die Gemeinde und sammelte den Unrat, den man ihm bereit stellte. Ich wage zu behaupten, Hans war der unkonventionelle Vorläufer der heute ach so modernen Kehrrichtabfuhr unserer Gemeinde. Er verdiente dabei ein paar Batzen, manchmal auch etwas zu essen, meistens aber zu trinken (Most) und war, trotz seiner Gutmütigkeit, der Spott vieler unvernünftiger Leute unserer Gemeinde. Dabei meine ich, dass viele an ihm ein Beispiel hätten nehmen können. Natürlich konnte er sehr zornig werden und das "lang-lang-witsch, lang-lang-witsch" (ich weiss heute noch nicht, was das besagen wollte) hat ihn jeweils ganz aus der Fassung gebracht. Die Chilbi aber war seine grosse Zeit und es spricht für ihn, den gutmütigen, armen beschränkten Rümeli Hans, dass man heute noch von ihm spricht! Ich habe ihn trotz allem gerne gehabt und ich vergesse auch nicht, wie er versuchte, mit seinem bescheidenem Wortschatz uns zu erzählen, was er so den ganzen Tag über macht. Leider musste er allein in der Küche essen, denn mit seiner Sauberkeit stand es wirklich nicht besonders gut. Er starb am 4. Januar 1933 bei uns zu Hause, auf dem "Bödeli". Seine arme Seele möge in Frieden ruhen."

Das "Bödeli" war ein unbeheiztes Schlafzimmer im Flarz der heutigen Baumgartenstrasse 13 in Kempten.


Fotos und Illustrationen