Gasversorgung

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Gaswerk, 1972
Gaswerk, 1972

Chronik Gasversorgung in Wetzikon

1901 Inbetriebnahme des neuen Gaswerkes durch die «Allgemeine Gas- und Industriegesellschaft» von Bern.

1903 Fertigstellung des Gasanschlusses für Bäretswil.

1908 Abschluss eines Gaslieferungsvertrages mit der Spinnerei Aathal AG im Aathal. Obwohl die Gasbezüge dieser Firma in den 50er Jahren auf Null zurückgingen, nutzte das Gaswerk die vorhandenen Leitungen, um im Aathal weiteren Kunden Gas zu liefern. Vor allem durch die Erschliessung des Baugebietes Sack stieg der Gasabsatz in den letzten Jahrzehnten wieder stark an.

1916 Die Beschaffung der Steinkohle ist immer teurer. Koks ist begehrt und wird gut bezahlt. Der Teer wird durch das Militärdepartement requiriert. Der Steinkohlepreis hat sich gegenüber 1914 verfünffacht und kostet maximal Franken 210.-- pro Tonne. Deshalb verbleibt der Gasverkaufspreis von 1918 bis 1920 auf seinem Höchstpreis von 60 Rp./ m3.

1922 Der Kohlepreis ist wieder auf bezahlbarem Niveau von Fr. 75.-- pro Tonne, so dass der Gaspreis auf 45 Rp/ m3 herabgesetzt werden kann.

1932 Die Gemeinde Wetzikon macht von Ihrem Übernahmerecht Gebrauch und übernimmt die gesamte Gaserzeugungs- und Verteilanlage für Fr. 450 000.--. In den ersten neun Geschäftsjahren macht die Gemeinde bei Gaspreisen von 25 bis 29 Rp./ m3 und einem jährlichen Gaskonsum von 560 000 m3 (5.8 Mio. kWh) mit durchschnittlichen jährlichen Betriebsüberschüssen von Fr. 57'000.-- glänzende Geschäfte.

1939 Mit Ausbruch des zweiten Weltkrieges verknappen sich erneut die Rohstoffe und die Kohlenpreise ziehen wieder an.

1944 Der Kohlenpreis von Fr. 48.-- im Jahr 1939 stieg bis auf Fr. 236.-- im Jahr 1944. Die Gaspreiserhöhung wurde erneut verpasst. Er verbleibt ab 1940 bis 1953 während 13 Jahren bei 28 Rp./ m3. Die Defizite werden aus Steuergeldern finanziert!

1953 Die technische Zuverlässigkeit der Werkanlagen des Gaswerkes und deren Lebensfähigkeit sind abzuklären. Der Bericht attestiert einen guten technischen Zustand der Gesamtanlage, er kritisiert jedoch die teilweise hohen Gasverluste der Verteilanlage (bis zu 10 %) und vor allem den zu niedrig angesetzten Gasverkaufspreis. Fazit der Expertise: Auch ein gemeindeeigener Betrieb sollte nach kaufmännischen Grundsätzen betrieben werden und muss einen gewissen Gewinn abwerfen!

1955 Die selbständige Leitung des Gaswerkes wird aufgegeben, das Werk wird in die Gemeindewerke integriert. Das Ziel der Kommission die Oberaufsicht und Buchhaltung der Strom-, Gas- und Wasser- Versorgungen zusammenzuführen ist erreicht.

Gaswerk Medikon

1965 In aller Stille und im kleinen Kreis des Gaswerk-Personals liess man am 27. Juli die seit 1901 brennende Flamme im Gaswerk Medikon ausgehen! Die eigenen Gasproduktion ist damit stillgelegt. Neu erfolgt der Bezug von Zürcher Stadtgas.

1974 Die Umstellung von Stadtgas auf Erdgas am 16. April 1974 bedingt umfangreiche Anpassungen sämtlicher Apparate und Anlagen. Der neue Energieträger Erdgas hat gegenüber dem Stadtgas einen wesentlich höheren Energieinhalt, nämlich 9'200 kcal statt wie bisher 4'200 kcal. Der Erdgasumsatz beträgt rund 720'000 m3.

1977 Nach 74 Jahren wird die Gasversorgung Bäretswil / Adetswil am 20. Januar 1977 um 14.00 Uhr eingestellt. Der jährliche Gasbezug reduziert sich durch die Abtrennung um etwa 10 % auf 650'000 m3.

1978 Die Schweizerische Gasindustrie unternimmt grosse Anstrengungen, um das Erdgas auf breiter Basis, speziell im Heizsektor, bekannt zu machen. Erdgasheizungen werden vermehrt installiert.

1979 Der steigende Erdgasumsatz führt zu fallenden Preisen und dadurch vermehrt zum Anschluss von Erdgasheizungen.

1983 Nach 82 Jahren werden 1983 die Gasspeicher in Medikon abgewrackt.

1987 Die Lieferbedingungen für Strom, Gas und Wasser werden in einem einzigen Reglement zusammengefasst.

1993 Die Gemeinden Seegräben und Wetzikon schliessen im Oktober 1993 einen Erdgas-Liefervertrag ab.

1997 Die Gasspeicheranlage Emmetschloo wird nach erfolgtem Netzausbau in Oberkempten abgewrackt.

2001 Der Erdgasumsatz nimmt innert 25 Jahren um den Faktor 15 zu. Mit den neuesten Technologien wird auch in Zukunft das Erdgas als umweltfreundliche Energie einen namhaften Beitrag an die Versorgung von Wetzikon leisten.

  • Im Oktober sind es genau 100 Jahre her, dass in Wetzikon elektrischer Strom sowie Gas produziert wurden.[1]

Siehe auch

Literatur

  • Zusammenfassung Elektrizitätswerk, Wasserversorgung und Gaswerk von Walter Kopschitz-Keller, pensionierter kaufmännischer Angestellter der Gemeindewerke Wetzikon

vom Dezember 1958 in der Chronik von Wetzikon: Pdficon.gif Chronik von Wetzikon 1958, Seite 149 bis 178


Weblinks

Offizielle Website Stadtwerke Wetzikon

Einzelnachweise

  1. Wetziker Spiegel 10/2001