Feinspinnerei Frid. Schuler-Schmid

Aus Ortsarchiv
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1Fridolin Schuler.jpg

Firmengeschichte[Bearbeiten]


1874 Der Glarner Fridolin Schuler-Schmid (*1823†1906) erwirbt von Gustav Tobler die Baumwollspinnerei Tobler im Grundthal; Schuler baut im gleichen Jahr eine «Turbine mit Dampfheizungsofen».[1]

1876 Wird ein Wohnhaus mit Veranda erstellt.[1][2]

1888 Fridolin Schuler erwirbt die Baumwollspinnerei St. Ingbert im Saarland, welche durch die Söhne Caspar Schuler-Suter (*1854) und Johann Heinrich Schuler-Honegger (*1856) als Kollektivfirma Schuler & Cie geführt wird.[1]

1898 Fridolin Schuler ersteigert die Baumwollspinnerei Rüti GL.

1906 Bis zu seinem Tode genoss Fridolin Schuler, der «mit spartanischer Härte erzogen wurde», als Glarner Naturell und Unternehmer dank unerhörter Arbeitsintensität hohe Achtung im In- und Ausland. Nun übernimmt Sohn Caspar Schuler-Suter (*1854†1925), von Glarus und Oberwetzikon, die Führung der Spinnerei.[3][4]

1925 Nach dem plötzlichen Tod von Caspar Schuler gehen die Liegenschaften in Wetzikon sowie die Baumwollspinnerei und Weberei in Rüti GL an Johann Heinrich Schuler-Honegger über. Max Schuler-Honegger, Sohn des Caspar, übernimmt St. Ingbert.[1]

1934 Der Wetziker Betrieb, in welchem Schussgarne von Nr. 130 bis 180 hergestellt wurden, wird eingestellt; das Fabrikgebäude abgerissen; das Büro bleibt bestehen.[1]

1944 Ein verheerendes Unwetter beschädigt die Baumwollspinnerei in Rüti GL, wo 16‘200 Spindeln und 210 Webstühle in Betrieb standen.[1]

Abbruch 1949

1949 Nach dem Tode des Vaters sowie Bruders, Heini Schuler-Braschler in Walfershausen, übernimmt Walter Schuler-Fezer (*1891†1966) die Firma, in die auch Walters Sohn, Walter Schuler-Kofel (*1920) eintritt. Das 1934 stillgelegte Fabrikgebäude (Spinnerei und Weberei) im Grundthal wird abgebrochen; nur Rüti GL existiert weiter.[1]

1965 Unter Walter Schuler-Fezer entwickelte sich die Baumwollweberei Rüti GL zu einer hochmodernen Vollautomaten-Weberei.[5]

1966 Stirbt Walter Schuler-Fezer.[6]

1979 Verkauf der Liegenschaften aus Konkursmasse Schuler. Liste der durch die ausserordentliche Konkursverwaltung in Wetzikon betroffenen Grundstücke:

1. Wohnhaus mit Garage, Hittnauerstrasse 60
2. 5940 m² Wiese im Langenloo, Neugrund
3. Wohnhaus, Scheune etc. mit 6999 m² Grundfläche, Wiesland und Industriezone, Grundtal
4. 7005 m² Garten und Wiese in Robenhausen
5. Wohnhaus mit Hofraum, Wiese, 4828 m², Grundhalden
6. 1146 m² Wiese im Neugrund
7. Scheune und Hofraum, ca. 5900 m² im Neugrund
8. Div. Parzellen Streueland, Himmerich, Robenhauserried
Schätzungskosten ca. 1‘278‘000 Franken, zuzüglich Notariatskosten, Grundbuchgebühren, Handänderungssteuern.[7]
  • Zusammenfassung von Josef Lauber, Alt Posthalter in Oberwetzikon, 2006/2007

Chronik von Wetzikon, 10. Mai 1906, ein Auszug zum Tode von Fridolin Schuler[Bearbeiten]

Heute verstarb nach kurzer Krankheit Herr Fridolin Schuler, (geb. 14. März 1823) Fabrikbesitzer im Grundthal im Alter von 83 Jahren 1 Monat und 27 Tagen. Herr Schuler war Fabrikant durch und durch; die Arbeit war ihm das Leben. In seinen jüngeren Jahren Dessinateur siedelte er, da die Druckerei im Glarnerland im Niedergang begriffen war, Mitte der 70er Jahre nach Wetzikon über, wo er die Feinspinnerei des Oberst Tobler im Grundthal gekauft hatte, wie er selbst sagte, viel zu teuer. Seiner Energie und seinem rastlosen Fleisse gelang es nicht nur, das hiesige Geschäft lukrativ zu gestalten, sondern er errichtete auch in St. Ingbert bei Saarbrücken eine grosse Spinn- und Weberei und erwarb sich die grosse Spinnerei Rüti bei Linthal Glarus. Herr Schuler gehörte noch der alten Generation der Fabrikanten an, wusste, wie er selbst in der Arbeit seine Freude fand, auch den Fleiss der Arbeiter zu schätzen gab Freude, sich vor allem in seinen Söhnen verständnisvolle, tatkräftige Mitarbeiter erzogen zu haben. Persönlich einfach, anspruchslos, ein treuer Vater, wollten ihm die modernen Bewegungen des sozialen Lebens nicht zusagen, ohne dass er aber mit seinen Äusserungen hervortrat. Er erfreute sich bis vier Wochen vor seinem Tode der besten Gesundheit und ungebrochenen Tatkraft, war aber im Begriff nach St. Ingbert abzureisen, als ganz plötzlich ein Blasenleiden sich einstellte, das dann auch seinem Leben ein Ende bereitete.[8]

Fabrikordnung[Bearbeiten]

Fotos[Bearbeiten]

Familie[Bearbeiten]

Spinnereien[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. 1,0 1,1 1,2 1,3 1,4 1,5 1,6 Chronik von Wetzikon, 1951 bis 1958, im Archiv Ortsgeschichte Wetzikon, Eintrag Pfarrer Kaspar Honegger
  2. Fotokopie eines Grundprotokoll-Eintrages im Geschäftsarchiv Archiv Ortsgeschichte Wetzikon
  3. Freisinnige nach dem Tode von Fridolins Sohn, Heinrich Schuler-Honegger, 15. August 1948
  4. Tagesanzeiger vom 30. März 1977
  5. Chronik von Wetzikon, 1966
  6. Tages-Anzeiger vom 30. März 1977
  7. ZO vom 04. Mai 1979
  8. Chronik von Wetzikon, 1906, im Archiv Ortsgeschichte Wetzikon