Anna Pulver-Itschner
Aus Ortsarchiv
Anna Pulver-Itschner (*9. Januar 1886, †19. April 1970) war die Frau des Helios Gründers Fritz Pulver. Sie schrieb Gedichte unter dem Pseudonym «Frau Marianne».
[Bearbeiten] Gedichte
[Bearbeiten] Das Grab der Mutter
- Hast Du ein Liebes in der Totenstadt
- so denke dran, was es dir Gutes tat;
- schmück seine Stätte mit des Herbstes Zier,
- gar wohl hat es verdient die Müh’ an Dir.
- Einst ging am Seelentag ich ganz allein
- durch all’ der schön geschmückten Gräber Reih’n,
- da lag ein Grab ohn’ jedes frische Grün,
- kein Kränzchen sah ich drauf, kein Blümlein blüh’n.
- Voll Mitgefühl sucht’ ich des Steines Schrift,
- welch armer Mensch wohl hier begraben ist,
- und staunend las ich, dass ein Mutterherz,
- das ich gekannt, ausruht vom Erdenschmerz.
- O Mutterherz, das einst sein ganzes Sein
- voll Güt’ und Treu’ den Lieben nur zu weih’n,
- gestrebt, dem Gatten stets die rechte Hand -
- Bringt Keines Blumen dir ins Totenland?!
- Mit trübem Sinnen streift’ am Waldesrand
- ich alsdann, brach, was ich an Grünem fand,
- wand Herbstzeitlosen, wilde Astern drein:
- Das Muttergrab soll doch geschmücket sein.
